Kartenkunst & Kultur

Die 10 hässlichsten Glurak-Karten aller Zeiten

Glurak verkauft sich unabhängig vom Motiv. Genau deshalb sind manche Illustrationen so schwach. Zehn Fehlgriffe und die gestalterischen Vorgaben dahinter.

Stakd Team3 Min. LesezeitAktualisiert am 13. September 2026
Drei Karten aus dem Artikel, fächerförmig angeordnet: Charizard GX SM60 vorne, Charizard V 17/172 und Charizard 25/185 dahinter.

Glurak verkauft sich, egal was auf der Karte gedruckt ist. Genau deshalb ist eine solche Liste überhaupt möglich: Ein Motiv kann völlig danebengehen, und trotzdem verkauft sich die Karte, weil ihr Name die Arbeit erledigt.

Zehn Glurak-Karten, die nicht überzeugen. Das richtet sich nicht gegen die Illustratoren, die meist einen vorgegebenen Stil umsetzen mussten. Interessant ist, dass sich die Fehlgriffe häufen – und diese Häufungen zeitlich klar einordnen lassen.

10. Charizard GX SM60

Charizard GX SM60: Eine flach wirkende Promokarte mit Glurak vor einem zweigeteilten roten und blauen Hintergrund.
Charizard GX SM60

Eine Promokarte, der man es ansieht. Flächige Farben, eine beliebige Pose und ein Hintergrund aus zwei Farben, die sich in der Mitte treffen, weil dort eben irgendetwas hinmusste.

9. Charizard V 17/172

Charizard V 17/172: Ein als 3D-Modell dargestelltes oranges Glurak speit Feuer vor einem schwarzen Hintergrund.
Charizard V 17/172

Das sauberste der drei 3D-Renderings dieser Liste, was kein Kompliment ist. Handwerklich ordentlich, symmetrisch und ohne eigene Perspektive. Es passiert nichts.

8. Charizard 25/185

Charizard 25/185: Ein als 3D-Modell dargestelltes Glurak steht neben Trainer Delion vor dem Publikum eines Stadions.
Charizard 25/185

Dasselbe Darstellungsproblem, zusätzlich ein Mensch. Delion ist in einem Stil gezeichnet, Glurak in einem anderen. Nebeneinander wirken beide unpassend.

7. Charizard 10/078, Pokémon GO

Charizard 10/078 aus dem Pokémon-GO-Set: Ein als 3D-Modell dargestelltes Glurak fliegt über einer fotorealistischen Stadtstraße. In der Ecke steht das Pokémon-GO-Logo.
Charizard 10/078, Pokémon-GO-Set

Hier begann das Kartenspiel zu rendern statt zu zeichnen. Glurak ist ein 3D-Modell, die Stadt darunter beinahe fotografisch. Die beiden werden sich nie einig, in welcher Art von Bild sie sich befinden.

6. Radiant Charizard 20/159

Radiant Charizard 20/159, illustriert von Kouki Saitou: Ein schwarzes und dunkelgraues Glurak mit roten Flughäuten vor einem weißen Schneehintergrund.
Radiant Charizard 20/159, Illustration: Kouki Saitou

Ein schwarzes Glurak auf weißem Hintergrund ist eine mutige Entscheidung. Auf dem Handybildschirm bleibt davon meist eine Silhouette. Die Radiant-Karten gaben einigen Pokémon ihre andersfarbige schillernde Form. Bei Glurak ging durch den Farbwechsel am meisten verloren.

5. Charizard EX 11/106

Charizard EX 11/106: Eine extreme Nahaufnahme von Gluraks Gesicht und Hals, so eng beschnitten, dass der Körper nicht mehr zu sehen ist.
Charizard EX 11/106

So eng beschnitten, dass das Pokémon nur noch eine Textur ist. Du kannst die Schuppen zählen, aber nicht erkennen, was es tut.

4. M Charizard EX 69/106

M Charizard EX 69/106: Ein schwarzes Mega-Glurak X hinter großen Katakana-Schriftzeichen vor gelben und blauen Energiestreifen.
M Charizard EX 69/106

Irgendwo darin steckt eine gute Karte. Das Problem: Katakana, Energiestreifen, Blitze und Drache kämpfen alle um denselben Platz. Keines dieser Elemente gewinnt.

3. Charizard G 20/147

Charizard G 20/147, illustriert von Wataru Kawahara: Ein kleines Glurak vor dunkelblauem und violettem Hintergrund, mit Charons Porträt in der Ecke.
Charizard G 20/147, Illustration: Wataru Kawahara

Das erste von zwei Team-Galaktik-Glurak und das schwächere Motiv: Glurak ist kleiner, der Hintergrund eine dunkelblaue Fläche. Legst du es neben Platz zwei, siehst du nicht zwei schlechte Zeichnungen, sondern eine schlechte Vorlage, die zweimal verwendet wurde.

2. Charizard G LV.X 143/147

Charizard G LV.X 143/147, illustriert von Wataru Kawahara: Ein trüb braunes und graues Glurak speit Feuer, mit einem kleinen runden Porträt von Charon in der Ecke.
Charizard G LV.X 143/147, Illustration: Wataru Kawahara

Das ist Team Galaktiks Glurak. Die damalige Vorgabe: Das Gesicht des Trainers wurde in einen Kreis in der Bildecke gesetzt. So wurde jede Karte zum Passfoto mit einem Drachen dahinter.

Die Farbpalette erledigt den Rest. Braun, Grau und ein mattes Orange – auf einer Karte, die eigentlich von Feuer handeln soll.

1. Charizard, Expedition 40/165

Charizard 40/165 aus Expedition, illustriert von Hironobu Sugiyama: Ein flächig oranges Glurak mit weit ausgestreckten steifen Flügeln auf einer blassgelben Karte. Links verläuft der gepunktete e-Reader-Streifen.
Charizard 40/165 aus Expedition, Illustration: Hironobu Sugiyama

Die Flügel sind das Problem. Sie sind flach und steif ausgebreitet und erinnern eher an einen Flugdrachen als an ein Tier. Die blasse Karte hilft nicht weiter. Der gepunktete Streifen am linken Rand ist der e-Reader-Code. Dieses Format hielt sich ungefähr zwei Jahre und ließ jede Karte dieser Ära aussehen, als hätte man ihr einen Barcode angeheftet.

Was die Fehlgriffe gemeinsam haben

Drei dieser zehn Karten sind 3D-Renderings aus denselben wenigen Jahren. Zwei weitere stammen aus der Ära, die ein Trainerporträt in jede Bildecke setzte. Fünf von zehn lassen sich also durch eine schlecht gealterte gestalterische Vorgabe erklären, nicht durch einen schlechten Künstler.

Glurak braucht keine gute Illustration. Genau deshalb sind manche nicht gut.

Hinter dem Witz steckt eine echte wirtschaftliche Beobachtung: Bei einer so berühmten Karte entsteht die Nachfrage durch den Namen. Die Illustration ist damit die eine Variable, bei der sich niemand zwingend Mühe geben muss.

Den umgekehrten Fall – Karten, die ausschließlich wegen ihrer Illustration begehrt sind – findest du bei den schönsten Pokémon-Karten aller Zeiten.

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