Die 10 hässlichsten Glurak-Karten aller Zeiten
Glurak verkauft sich unabhängig vom Motiv. Genau deshalb sind manche Illustrationen so schwach. Zehn Fehlgriffe und die gestalterischen Vorgaben dahinter.

Glurak verkauft sich, egal was auf der Karte gedruckt ist. Genau deshalb ist eine solche Liste überhaupt möglich: Ein Motiv kann völlig danebengehen, und trotzdem verkauft sich die Karte, weil ihr Name die Arbeit erledigt.
Zehn Glurak-Karten, die nicht überzeugen. Das richtet sich nicht gegen die Illustratoren, die meist einen vorgegebenen Stil umsetzen mussten. Interessant ist, dass sich die Fehlgriffe häufen – und diese Häufungen zeitlich klar einordnen lassen.
10. Charizard GX SM60

Eine Promokarte, der man es ansieht. Flächige Farben, eine beliebige Pose und ein Hintergrund aus zwei Farben, die sich in der Mitte treffen, weil dort eben irgendetwas hinmusste.
9. Charizard V 17/172

Das sauberste der drei 3D-Renderings dieser Liste, was kein Kompliment ist. Handwerklich ordentlich, symmetrisch und ohne eigene Perspektive. Es passiert nichts.
8. Charizard 25/185

Dasselbe Darstellungsproblem, zusätzlich ein Mensch. Delion ist in einem Stil gezeichnet, Glurak in einem anderen. Nebeneinander wirken beide unpassend.
7. Charizard 10/078, Pokémon GO

Hier begann das Kartenspiel zu rendern statt zu zeichnen. Glurak ist ein 3D-Modell, die Stadt darunter beinahe fotografisch. Die beiden werden sich nie einig, in welcher Art von Bild sie sich befinden.
6. Radiant Charizard 20/159

Ein schwarzes Glurak auf weißem Hintergrund ist eine mutige Entscheidung. Auf dem Handybildschirm bleibt davon meist eine Silhouette. Die Radiant-Karten gaben einigen Pokémon ihre andersfarbige schillernde Form. Bei Glurak ging durch den Farbwechsel am meisten verloren.
5. Charizard EX 11/106

So eng beschnitten, dass das Pokémon nur noch eine Textur ist. Du kannst die Schuppen zählen, aber nicht erkennen, was es tut.
4. M Charizard EX 69/106

Irgendwo darin steckt eine gute Karte. Das Problem: Katakana, Energiestreifen, Blitze und Drache kämpfen alle um denselben Platz. Keines dieser Elemente gewinnt.
3. Charizard G 20/147

Das erste von zwei Team-Galaktik-Glurak und das schwächere Motiv: Glurak ist kleiner, der Hintergrund eine dunkelblaue Fläche. Legst du es neben Platz zwei, siehst du nicht zwei schlechte Zeichnungen, sondern eine schlechte Vorlage, die zweimal verwendet wurde.
2. Charizard G LV.X 143/147

Das ist Team Galaktiks Glurak. Die damalige Vorgabe: Das Gesicht des Trainers wurde in einen Kreis in der Bildecke gesetzt. So wurde jede Karte zum Passfoto mit einem Drachen dahinter.
Die Farbpalette erledigt den Rest. Braun, Grau und ein mattes Orange – auf einer Karte, die eigentlich von Feuer handeln soll.
1. Charizard, Expedition 40/165

Die Flügel sind das Problem. Sie sind flach und steif ausgebreitet und erinnern eher an einen Flugdrachen als an ein Tier. Die blasse Karte hilft nicht weiter. Der gepunktete Streifen am linken Rand ist der e-Reader-Code. Dieses Format hielt sich ungefähr zwei Jahre und ließ jede Karte dieser Ära aussehen, als hätte man ihr einen Barcode angeheftet.
Was die Fehlgriffe gemeinsam haben
Drei dieser zehn Karten sind 3D-Renderings aus denselben wenigen Jahren. Zwei weitere stammen aus der Ära, die ein Trainerporträt in jede Bildecke setzte. Fünf von zehn lassen sich also durch eine schlecht gealterte gestalterische Vorgabe erklären, nicht durch einen schlechten Künstler.
“Glurak braucht keine gute Illustration. Genau deshalb sind manche nicht gut.”
Hinter dem Witz steckt eine echte wirtschaftliche Beobachtung: Bei einer so berühmten Karte entsteht die Nachfrage durch den Namen. Die Illustration ist damit die eine Variable, bei der sich niemand zwingend Mühe geben muss.
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