Kartenkunst & Kultur

Die 15 albernsten Pokémon-Karten aller Zeiten

Fünfzehn Karten, die gar nicht erst mächtig aussehen wollen. Derselbe Künstler taucht immer wieder auf – ebenso dieselben drei Pokémon-Familien.

Stakd Team4 Min. LesezeitAktualisiert am 13. September 2026
Drei Karten aus dem Artikel, fächerförmig angeordnet: Slowbro EX 26/108 vorne, Gengar 094/165 und Imakuni?'s Doduo 112/108 dahinter.

Die meisten Pokémon-Karten versuchen, mächtig auszusehen. Eine kleine, kostbare Gruppe versucht es gar nicht erst. Genau die lohnt es sich zu behalten.

Fünfzehn Karten, bei denen etwas schiefgelaufen ist – absichtlich oder nicht. Nebeneinander zeigen sie zwei Dinge sehr deutlich: Derselbe Künstler taucht ständig auf, und dieselben drei Pokémon-Familien erledigen den Großteil der Arbeit.

15. Slowbro EX

Slowbro EX 26/108: Ein rosa Lahmus mit weit offenem Maul, dem ein Muschas am Schweif hängt.
Slowbro EX 26/108

Maul ganz offen, Augen halb geschlossen, Muschas immer noch am Schweif. Die Attacken heißen Slack Off und Flash Splash. Die Flegmon-Familie kommt dreimal auf dieser Liste vor und hat sich jeden Auftritt verdient.

14. Gengar, 2023

Gengar 094/165, illustriert von Tomokazu Komiya: Ein unförmiges violettes Gengar grinst vor einem chaotisch gekritzelten rosa und orangefarbenen Hintergrund.
Gengar 094/165, Illustration: Tomokazu Komiya

Tomokazu Komiya hat diese Karte gezeichnet. Komiya ist der Grund, warum eine solche Liste überhaupt existiert. Seine Pokémon sind locker, schief und absichtlich ein bisschen falsch. Sammler suchen seit Jahren gezielt nach seinen Karten. Hier zeichnet er Gengar vor einem Hintergrund, der nach Wachsmalstiften aussieht. Jede Form ist ein wenig daneben. Genau darum geht es.

13. Imakuni?'s Doduo

Imakuni?'s Doduo 112/108: Ein Cartoon-Dodu läuft davon, verfolgt von einer kleinen Figur. Die Zeichnung ist bewusst grob gehalten.
Imakuni?'s Doduo 112/108

Imakuni? ist eine echte Person: ein japanischer Entertainer im Umfeld des Kartenspiels, der eigene Scherzkarten bekam. Diese besitzt die Pokémon Power Frenzied Escape und die Attacke Harmonize. Deren Anleitung verlangt, dass du laut ein Lied singst, während das Spiel wartet.

Es ist mit Abstand die am wenigsten ernst gemeinte Karte, die je gedruckt wurde.

12. Koga's Grimer, erste Edition

Koga's Grimer 78/132 aus der ersten Edition: Ein violettes Sleima mit riesigen weißen Augen und weit offenem Maul vor einem roten gemusterten Hintergrund.
Koga's Grimer 78/132

Die Augen sind so groß wie Essteller, das Maul steht weiter offen, als der Kopf eigentlich zulassen dürfte. Die Gym-Ära ordnete Pokémon ihren Trainern zu. Koga bekam offenbar das Exemplar, das gerade etwas Schreckliches gesehen hatte.

11. Muk

Muk 13/62: Ein violettes Sleimok aus Schlamm mit leeren weißen Augen und einem breiten, flachen Grinsen.
Muk 13/62

Sleimok mit leeren weißen Augen und einem Grinsen, das sich zu weit über sein Gesicht zieht. Seine Pokémon Power Toxic Gas schaltet alle anderen Pokémon Powers im Spiel aus. Eine berüchtigt unangenehme Karte als Gegner, gezeichnet als fröhlicher Klumpen.

10. Alolan Dugtrio

Alolan Dugtrio 208/191: Drei Digdri-Köpfe mit langen blonden Haaren ragen am Strand aus dem Sand.
Alolan Dugtrio 208/191

Drei Köpfe mit wallendem goldenem Haar, am Strand unter Palmen. Die Attacke heißt Trio-Cheehoo und bewirkt nichts, wenn du nicht genau drei Karten auf der Hand hast.

9. Slowpoke, Neo Genesis, erste Edition

Slowpoke 73/111 aus der ersten Edition von Neo Genesis, illustriert von Tomokazu Komiya: Ein rotes Flegmon liegt flach mit herausgestreckter Zunge, in lockerem, kindlichem Stil gezeichnet.
Slowpoke 73/111, Illustration: Tomokazu Komiya

Wieder Komiya. Diese Karte brachte Sammler dazu, gezielt nach seinem Namen zu suchen.

Dieses Flegmon liegt flach da und streckt die Zunge heraus. Auf der Karte wird es ausdrücklich als „Dopey Pokémon“, also als begriffsstutziges Pokémon, bezeichnet.

8. Bonsly

Bonsly 71/108: Ein kleines Baum-Pokémon weint, während Tränen in mehrere Richtungen fliegen.
Bonsly 71/108

Mobai weint. Der Beschreibungstext beeilt sich zu erklären, dass es nur nach Weinen aussieht und es eigentlich seinen Flüssigkeitshaushalt reguliert. Die Attacke heißt Fake Tears. Niemand ist überzeugt.

7. Grimer, Aquapolis

Grimer 79/147 aus Aquapolis, illustriert von Keiji Kinebuchi: Ein violettes Sleima schreit mit weit aufgerissenem Maul in einer dunklen Leere.
Grimer 79/147, Illustration: Keiji Kinebuchi

Sleima schreit in eine violette Leere, völlig ohne Kontext. Die Attacke heißt Poison Sludge. Den Schrei gibt es gratis dazu.

6. Ditto, Crown Zenith Galarian Gallery

Ditto GG22: Eine grüne Wiese voller Pokémon, die alle Dittos ausdrucksloses Gesicht tragen und sich damit als verwandelte Dittos verraten.
Ditto GG22

Eine friedliche Wiese voller Pokémon, alle mit Dittos leerem Gesichtsausdruck. Je länger du hinschaust, desto schlimmer wird es. Das ist die einzige Karte dieser Liste, die eher unheimlich als albern wirkt.

5. Simisear VSTAR

Simisear VSTAR GG37: Ein Cartoon-Grillchita vor einem cremefarbenen Muster aus winzigen identischen Grillchita.
Simisear VSTAR GG37

Ein VSTAR soll den entscheidenden Schlag liefern. Dieses sieht aus wie ein Plüschtier, umgeben von einer Tapete aus kleineren Versionen seiner selbst.

4. Slowking, Neo Genesis

Slowking 14/111 aus Neo Genesis, illustriert von Ken Sugimori: Laschoking steht mit einem Muschas auf dem Kopf auf einem Felsen und wirkt vollkommen gelassen.
Slowking 14/111, Illustration: Ken Sugimori

Der Beschreibungstext erklärt, dass durch einen Biss Giftstoffe in Flegmons Kopf gelangten und außergewöhnliche Kräfte freisetzten. Die Illustration zeigt ein Wesen mit einer Muschel auf dem Schädel, das darüber äußerst zufrieden aussieht.

3. Ditto XY40

Ditto XY40: Ein rosa Ditto sitzt in einem Haufen bunter Geleebohnen.
Ditto XY40

Ditto sitzt in einem Haufen Geleebohnen. Vermutlich hat es versucht, selbst eine zu werden, und auf halbem Weg aufgehört. Die Fähigkeit heißt Metamorphosis Gene – ein sehr ernster Name für diese Situation.

2. Eevee GX

Eevee GX SM233: Evoli purzelt mit seltsam verdrehten Gliedmaßen vor einem schlichten cremefarbenen Hintergrund.
Eevee GX SM233

Evoli ist mitten im Purzeln eingefangen, alle vier Beine zeigen in unterschiedliche Richtungen. Die GX-Attacke heißt Joy Maker. Diese Karte handelt vom Hinfallen.

1. Eevee & Snorlax GX

Eevee & Snorlax GX SM169: Relaxo liegt auf dem Rücken, während Evoli auf seinem Bauch hüpft. Eine Attacke heißt Dump Truck Press.
Eevee & Snorlax GX SM169

Relaxo liegt flach auf dem Rücken, und Evoli benutzt seinen Bauch als Trampolin. Die Attacke heißt Dump Truck Press. Nichts an dieser Karte versucht, jemanden einzuschüchtern.

Die Scherzkarten sind kein Zufall

Legst du alle fünfzehn nebeneinander, wird das Muster sofort sichtbar. Tomokazu Komiya zeichnete zwei davon. Sein lockerer, bewusst unbeholfener Stil ist längst ein eigenes Sammelgebiet. Die Flegmon-Reihe belegt drei Plätze, Sleima und Sleimok drei weitere. Ditto bekommt zwei.

Diese Familien waren von Anfang an als Witz angelegt. Die Künstler haben also einfach ihre Arbeit gut gemacht.

Manche dieser Karten sind zufällig lustig. Die besten sind es mit Absicht – und das ist viel schwieriger zu zeichnen.

Einige wurden nebenbei ziemlich teuer

Das Tückische am Sammeln von Kuriositäten: Seltenheit fragt nicht danach, ob eine Karte ernst gemeint ist. Erste Editionen, nur in Japan erschienene Scherzkarten und Figuren auf exklusiven Promokarten wurden nie in den Mengen begehrter Spitzenkarten gedruckt.

Eine Karte kann eine Pointe sein und trotzdem in gutem Zustand schwer zu finden. Diese Kombination überrascht viele.

Wenn dich diese Überlegung mit Zahlen interessiert, lies, warum fünf unscheinbare Karten noch erhebliches PSA-10-Potenzial bergen.

Stakd bewertet den ganzen Ordner, Scherzkarten eingeschlossen. So kennst du ihren Wert, bevor du eine wegtauschst.

Kenne den wahren Wert deiner Sammlung

Stakd macht aus deinen Karten, Funko Pops und LEGO-Sets ein bewertetes Portfolio – mit KI-Grading, aktuellen Marktpreisen und Gewinnübersicht.

Stakd laden

Zurück zum Blog